Selbstbau - Canon EOS Netzteil
Fast jeder kennt es: Da geht man in Ruhe rein an den PC, weil Montierung und Guiding wunderbar laufen und freut sich schon auf die Bilderserie und dann muss man mit Schrecken feststellen, dass der DSLR Akku beizeiten erschöpft war. Um sowas zu verhindern lohnt es sich ein Netzteil zu benutzen. Leider kosten diverse EOS Netzteile im Internet um die 50€, was für viele Leute (inkl. mir) einfach zu teuer ist. Doch zum Glück gibt es einige Bastler, die ihre Schaltpläne der Astrogemeinde kostenlos zur Verfügung stellen.
Ich bin bei der Suche nach einem solchen Bauplan auf den von Anand Rajiva gestoßen. Dieser Spannungsregler braucht als Eingangsspannung 9-33V und liefert der EOS die gewünschten 7,2-8V. Die Kosten für die Bauteile belaufen sich auf unter 10€ und mit etwas Löterfahrung bekommt man das auch mit 2 linken Händen hin ;-)
Zuerst braucht man Werkzeuge und Bauteile:
- Lötkolben / -station und Lötzinn
- Eine kleine Zange und eine „3. Hand“ sind sehr praktisch
- Einen Schraubenzieher oder ähnliches zum Aufhebeln des Akkus
- Und ganz wichtig ist natürlich ein Multimeter
Dann besorgte ich mir im "großen C"
- 3 und 2 adriges Kabel und evtl Stecker (zB Chinch)
- Ein kleines Gehäuse und eine Lochrasterplatine für die Schaltung
- Alter EOS Kameraakku zum ausschlachten
und folgende Bauteile:
- 2 x LM 317-220 (Der Spannungsregler)
- 2 x Elkos mit 10µF / 35V
- 1 x BAT 48 (Diode)
- 1 x Metallschichtwiderstand 1% 1,30 KOhm
- 1 x Metallschichtwiderstand 1% 240 Ohm
- 1 x Metallschichtwiderstand 1% 243 Ohm
- 1 x Metallschichtwiderstand 1% 1536 Ohm
Als ich alle Teile zusammen hatte, hab ich erst einmal alles auf der Lochrasterplatine zurechtgelegt und angelötet. Danach ging es ans' Verlöten nach Anand Rajivas Schaltplan. Leider hatte ich zuerst einen Fehler drin und kam nicht auf die gewünschten Werte. Beim 2. Versuch klappte allerdings dann alles und ich habe folgende Werte messen können:
+ auf - 4,07V
+ auf B 8,03V
- auf B 4,07V
Dann habe ich die Platine mit etwas Heißleim in das, für die Stecker vorgebohrte, Gehäuse geklebt. Danach habe ich den Eingangsstecker und das Kabel, was zur EOS geht eingeklebt und angelötet.
Jetzt kommt der alte Akku an die Reihe. Um aus ihm einen Netzteiladapter zu bauen, muss er natürlich vorher ausgeschlachtet werden. Ich habe das mit einem kleinen Schraubenzieher bewerkstelligt, indem ich den seitlichen Spalt ausgeschabt und danach den ganzen Akku aufgehebelt habe. Hier musste man nun nur noch die 2 Akkus entfernen (Nicht in den Hausmüll!) und ein kleines Loch für das Netzteilkabel an der unteren Seite bohren. Jetzt brauchte ich nur noch das 3-adrige Kabel vom Netzteil anlöten. Zur Sicherheit habe ich natürlich wieder die Spannungswerte mit dem Multimeter überprüft:
+ auf T 8,10V
+ auf - 8,06V
T auf - 0V
Danach muss man nur noch den Akku sauber mit etwas Sekundenkleber oder Heißleim zukleben.
Schon ist das Netzteil fertig!
Bei der Benutzung sollte man noch beachten, dass das Netzteil unter Spannung stehen muss, wenn es in die Kamera oder den Batteriegriff gesetzt wird. Ansonsten wird es nicht als voller Akku erkannt und die Kamera lässt sich nicht anschalten.

Update #1:
Für meine neue EOS 450Da habe ich das gleiche Netzteil nachgebaut. Die 3 Adern müssen so an die Akkuplatine gelötet werden:

Update #2:
Meine EOS 550D hat leider wieder eine andere Akkuform, daher musste noch ein neues Netzteil her. Dieses mal habe ich aber auf die komplizierte Schaltung verzichtet, die den Akku simuliert und einfach direkt einen LM317 wie in der Beispielschaltung im Datenblatt benutzt. Den richtigen Widerstand für R2 kann man sich einfach mit dem LM317 Calculator berechnen. Aber Vorsicht! Wenn man z.B. ein 12V Netzteil betreibt und der LM317 Eine Ausgangsspannung von 7,5V erzeugt, entsteht eine Menge Abwärme, die abgeführt werden muss, sonst schaltet sich der IC ab oder brennt gar durch. Daher sollte man einen gut dimensionierten Kühlkörper anbringen. Vorsicht ist auch bei der Montage des Kühlers gegeben. Am Metallstück mit dem Loch des LM317 liegt die Ausgangsspannung an. Daher sollte man den Kühlkörper elektrisch von Spannungswandler isolieren. Das Akkugehäuse sollte man nun komplett entleeren. Also Akkus raus (fachgerecht entsorgen!!) und die Platine auch von den Anschlusskontakten abschneiden. An die Kontakte + und - wird nun der Ausgang des LM317 sowie die Masse angelötet. Der dritte Pin bleibt frei.

Der Bau erfolgt natürlich auf eigenes Risiko! Ich übernehme keine Haftung für eventuelle Schäden!
Weiterführende Links:
Ausführliche Bauanleitung
Kommentare
schrieb am 04.05.2012 21:27
schrieb am 12.03.2012 22:39Nichtsdestotrotz vielen lieben Dank für die schöne Anleitung
